Perikles (Kasino im Burgtheater, Wien, 22.10.2011)

Die Wahrscheinlichkeit trotz zahlreicher Möglichkeiten im deutschsprachigen Raum eine gute Shakespeare-Aufführung sehen zu können, ist relativ gering. Das Ensemble des Burgtheaters Wien hat mich allerdings jetzt schon zum zweiten Mal positiv überrascht!

"Perikles" ist eines der Stücke Shakespeares, die man eher weniger kennt. Nichtsdestotrotz sprüht es nur so vor Witz und Charme (und Blut) und lässt in klaren Handlungssträngen erkennen, wohin die Reise geht. Das Stück ist eine Odyssee, eine Lebensreise. 

Wie das Meer, das die Charaktere während der Handlung hin und her spült, bewegten sich die Schauspieler im Kasino des Burgtheaters hin und her. Die Zuschauer wie Gestrandete an den Ufern eines schmalen Flusses mussten gleich zu Beginn die Bühne mit Taschenlampen beleuchten. Die Beleuchtung nahm im Verlauf des Stücks fortwährend zu, bis es in grellem weiß (im Tod) endete.

Die ca. sechzig Charaktere wurden von den acht Schauspielern meisterhaft inszeniert. Nicht eine einzige Rolle blieb unbeachtet, selbst die wechselnde Gestalt Perikles' brachte immer wieder neue Facetten seines Charakters zutage.

Glücklicherweise hat Stefan Bachmann für die Inszenierung eine Übersetzung gewählt, die der Originalfassung kaum nachsteht in Rythmus und Harmonie. Mit aktuellen Ereignissen gepickt und von den Schauspielern hervorragend wiedergegeben, überzeugte jeder Moment.

Alles in allem eine Inszenierung, die ich nur empfehlen kann. Selbst nicht-Shakespeare-Fans werden an diesem Stück ihren Spaß haben.

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